Veranstaltungen
Veranstaltungen im Verein :
Das Urfa/Riha-Frühstück ist am 28.02.2010 um 11 Uhr
Der Frauentagsveranstaltung ist am 07.03.2010 um 14.00 Uhr
Infektionen bei Frauen von Dr. Majoul am 28.03.2010 um 12.00 Uhr
Zahnkarisvermeiden von Dr. Hajo 24.04.2010 um 12 Uhr
Augenerkramungen von Dr. Moustafa 30.05.2010 um 12 Uhr
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Die nächsten geplanten Veranstaltungen:
DIALOG DER RELIGIONEN
Veranstaltung 1: Jeziden
Veranstaltung 2: Alewiten
Veranstaltung 3: Sunniten
Veranstaltung 4: Juden
Veranstaltung 5: Christen
Veranstaltung 6: Gemeinsame Diskussionsveranstaltung mit allen Religionsvertretern
KONFERENZ
Die armenische national-demokratische Bewegung
und der Genozid von 1915
21. Februar 2010, Sonntag um 14.30 Uhr
Adresse: Werkstatt der Kulturen
Wissmanstr. 32 12049 Berlin U-Bahn Herrmanplatz
Programm:
Dia-Show " Stille Schreie-Verlorene Geschichte"
Dr. Gerayer Koutsharian "Rekonstruktion der Wahrheit"
Recep Marasli Vortrag
Gruppe Dendar
Veranstalter:
KKH e.V./KOMKAR-Berlin, Allmende e.V. , Arbeitsgruppe Anerkennung
Wir bedanken uns bei der
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit für die finanzielle Unterstützung

Konferenz und Buchpräsentation zum Thema:
Die armenische national-demokratische Bewegung und der Genozid von 1915)
Der KKH e.V. (Komkar Berlin), die Arbeitsgruppe Anerkennung (http://www.aga-online.org/de/ueberuns/index.php) und der Verein für alternative Migrationspolitik und Kultur Allmende (http://allmendeberlin.al.funpic.de/index2d.htm) luden am Sonntag, dem 21. Februar 2010 zur Präsentation eines Buchs von Recep Marasli über den Völkermord an den Armeniern und die nationale demokratische armenische Bewegung ein. Marasli verbrachte mehr als 16 Jahre in türkischen Gefängnissen und wurde eine Symbolfigur der kurdischen Bewegung. Sein Verlag veröffentlichte viele Beiträge zur kurdischen Geschichte, die immer wieder von türkischen Behörden verboten wurden. Er lebt seit 1999 in Deutschland. Marasli sprach über die Entstehung seines Buches. Er schilderte zunächst, wie er im Gefängnis von Diyarbakir durch Mitgefangene auf die Geschichte der Armenier aufmerksam gemacht wurde. Er stellte daraufhin fest, dass die türkische Geschichtsschreibung, mit der er aufwuchs, von Verfälschungen und Verdrängung gekennzeichnet war. Die türkische Nation entstand nicht im einheitlichen Kampf gegen die westlichen Besatzungsmächte, sondern die nationale Einheit wurde durch die Verfolgung, Assimilierung oder Ermordung anderer Nationen, der armenischen wie der kurdischen, erzeugt. Auch waren die Armenier keine Eroberernation, sondern die indigene Bevölkerung eines Teils von Anatolien. Der Getreidespeicher in seiner Heimatstadt Erzurum, vor dem er als Kind spielte, war bis 1915 eine armenische Kirche. Auf seine Beschäftigung mit dem Schicksal der Armenier reagierten auch kurdische Mitgefangene zunächst verständnislos. Er setzte seine Recherchen aber trotz großer Schwierigkeiten, die durch seine politische Verfolgung bedingt waren, fort. Dabei stellte er fest, dass er sich auf die universitäre Forschung zu diesem Thema kaum verlassen konnte. Nicht nur die türkische, auch die westliche, die alternative und die marxistische Geschichtswissenschaft hätten sich mit den Einzelheiten des Völkermords an den Armeniern und Assyrern bislang nur wenig beschäftigt. Dem stünden auch die Interessen der Oberschichten, der türkischen wie auch der kurdischen, entgegen, diese hätten nämlich vom Völkermord profitiert. Es gelang ihm nach 15 Jahren, das Buch zu vollenden. Er will damit einen Beitrag zu einer wahrheitsgetreuen Geschichtsschreibung liefern und besonders den multinationalen und multireligiösen Charakter der anatolischen Gebiete vor dem Genozid von 1915 herausstreichen.
Ein Kurzreferat von Dr. Gerayer Koutcharian leitete den Vortrag ein. Er betonte, dass eine wahrheitsgetreue Rekonstruktion der Geschichte des Völkermords notwendig ist, weil dieser von der Türkei bis zum heutigen Tag geleugnet wird. Hier hätten auch die Kurden eine Vergangenheit aufzuarbeiten, weil sich auch kurdische Führer (?-ein Name wurde genannt) mit ihren Anhängern beteiligten, insbesondere am Vorgehen gegen die Aramäer des Tur Abdin und die Assyrer von Hakkari. Koutcharian ging auch auf die Rolle Deutschlands beim Völkermord und dem Kampf um dessen Anerkennung ein: Wenn Deutschland offiziell seine Mitschuld durch Wegsehen und unterlassene Hilfe bekennen würde, sei die Position der Türkei schwerer zu halten.
Über die Rolle der Kurden wurde anschliessend kontrovers diskutiert. Es wurde gefordert, den Völkermord von 1915 zum Schulunterrichtsstoff in Deutschland zu machen. Die Veranstaltung wurde von einer Diashow „Stille Schreie- Verlorene Geschichte“ eingeleitet und von der Gruppe „Dendar“ musikalisch umrahmt. Unterstützt wurde sie von der landeszentrale für Politische Bildung.



