Pressenitteilungen
Empfang zum 35 jährigen Jubiläum
des Kurdistans Kultur- und Hilfsverein e.V.
Um
kurz nach 18.00Uhr begrüßte Herrn Dr. med. Sükri Güler (Vorstandsvorsitzender)
die zahlreich erschienenen Gäste mit einer Rede. Er erzählte über die
Anfangszeit der ersten Immigranten, die nach Berlin kamen, um hier eine Heimat
ohne Krieg und Angst zu finden und diese auch gefunden haben. Durch den KKH e.
V. hatten und haben immer noch kurdische Einwanderer die Möglichkeit ihre
kulturellen, politischen und nationalen Werte zu entfalten und gleichzeitig den
Kurden in den Krisenregionen zu helfen, indem sie z.B. damit in die
Öffentlichkeit gehen. Anschließend bat er um Aufmerksamkeit für die
Folkloregruppe Koma Dîlan um der Feier gleich zu Beginn einen Hauch kurdischer
Kultur mitzugeben.
Um
18:30 Uhr hielt die Vorsitzende des Landesverbandes Berlin der Deutschen
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Frau Prof. Barbara John eine Rede.
Sie
beglückwünschte KKH e.V. zum 35-jährigen Bestehen und ging in ihrer Rede auf
die verlässliche und nachhaltige integrative Vereinsarbeit des KKH e.V. ein.
Auch sprach sie die Schwierigkeit der Beschaffung finanzieller Mittel für
Vereine an und hofft auf eine baldige Besserung.
In
seiner Rede ging Herr Piening darauf ein, dass Kurden keine Minderheit
darstellen, jedoch es sehr schwer ist einzuschätzen wie viele Kurden es in
Deutschland und Berlin gibt.
Nach
dem Kreuzberger Bürgermeister hat der Bundestagsabgeordnete von den Grünen Herr
Hans-Christian Ströbele auch eine Rede gehalten. Er sagte, dass er sich vor den Wahlen mit kurdischen Organisationen
in Berlin getroffen und deren Problemen
zugehört habe. In seiner Arbeit im
Außenausschuss will er sich mit Vertretern der türkischen Regierung treffen und
sich dafür einsetzten, dass das Kurdenproblem friedlich und demokratisch gelöst
werden soll. Die 35 jährige Arbeit des Vereins schätze er sehr, fügte Ströbele
hinzu.
Unter
anderem gibt es das Projekt „Motivation- Erfolgreich zum Schul- und
Ausbildungsabschluss“, „Hilfe bei der Jobsuche für Bleibeberechtigte und
Flüchtlinge“, die Kindertagesstätte „Hêlin“, das Projekt „Soziale und
gesundheitliche Integration von Flüchtlingsjugendlichen und vieles mehr.
Nach
der Vorstellung der Projekte bedankte sich KKH e.V. bei dem Mitarbeiter
Herrn Volker Sommer für die jahrelange vertrauliche Zusammenarbeit. Er wäre ein
Fels in der Brandung.
Wir
hoffen auf weitere bedeutende 35 Jahre!
35 Jahre aktiv für Integration / Kurdistan Kultur- und Hilfsverein feiert
Vereinsjubiläum
Die Ausrichtung des KKH e.V. hat sich gewandelt. Bei seiner Gründung hatte sich
der Verein vor allem für seine Landsleute und deren Integration in die deutsche
Gesellschaft eingesetzt. Im Mittelpunkt standen neben der Beratung vor allem
der Erhalt der kurdischen Kultur, Sprache und Traditionen. Darüber hinaus
sollte die Öffentlichkeit für die Belange der Kurden sensibilisiert werden.
Heute ist der Verein ein moderner Dienstleister, der Bildungsangebote für
Menschen aus allen Migrantengruppen macht. Der Vorstandsvorsitzende Dr. med.
Sükri Güler bekräftigt: „Wir unterstützen Menschen aus allen Kulturen.
Menschen, die unsere Hilfe brauchen, für die sind wir da.“
Angeboten werden Deutschkurse,
Integrationskurse, Kurse für Flüchtlingsjugendliche und vieles mehr. In Zukunft
möchte der Verein auch durch die Ausrichtung von Tagungen und Kongressen
Position beziehen und die Integration von Migrantinnen und Migranten voran bringen.
Der KKH e.V. hat immer seine Stimme erhoben, wenn es galt für deren Rechte
einzutreten. Grundlage dieser Meinungsäußerungen waren stets demokratische
Strukturen.
Der Verein empfängt die Gäste der
Jubiläumsfeier stolz in den eignen Arbeitsräumen am Paul-Linke-Ufer, wo sich
die Mitarbeiter tagtäglich für die
Rechte der Migrantinnen und Migranten einsetzen. Hier, an der Grenze zwischen
Kreuzberg und Neukölln, mitten im sozialen Brennpunkt ist der Verein und sind
auch viele der Klienten zuhause. Hier ist auch die Notwendigkeit einer solchen
Institution an jeder Ecke spürbar. Jeden Tag erleben die Mitarbeiter die Nöte
der Menschen, die zu ihnen kommen, geben Auskunft und vermitteln in Kursen die
Kenntnisse, die es ermöglichen am Leben in dieser Gesellschaft aktiv
teilzunehmen.
Der Verein betreibt auch den
Kinderladen ‚Helin’. ‚Helin’ ist kurdisch und bedeutet Nest. Dieses Nest
befindet sich in der Nogatstraße in Neukölln, einem weiteren sozialen
Brennpunkt. Gegründet wurde sie von kurdischen Eltern als interkulturelle
Einrichtung. Das Konzept lautet, dass deutsche, kurdische und Kinder aus allen
Migrantengruppen gemeinsam spielen und lernen. Kurdische Kultur und Traditionen
werden vermittelt. Bereits kurz nach der Gründung kam Volker Sommer als Leiter
in diese Einrichtung, jetzt ist er bereits seit 18 Jahren dabei. Eine deutsche
Leitung für eine Kita, die sich die Erhaltung der kurdischen Kultur auf die
Fahnen geschrieben hat, ist das ungewöhnlich? Für Volker Sommer ist das nur ein
Beleg dafür, wie tolerant und weltoffen der KKH e.V. ist.
Vorstandsvorsitzender Dr. Güler sieht eine Verpflichtung für
den Verein, auf diesem Weg weiter zu gehen: „Wir stehen für zwischenmenschliche
Beziehungen, für Solidarität, für Verständigung. Wir werden auch in Zukunft mit
Energie, Kraft und Verstand dafür weiter arbeiten. Für uns ist das eine Pflicht
in Berlin und in Deutschland etwas beizutragen, denn wir haben hier Frieden
gefunden. Wir hatten ja kein Zuhause. Durch diese demokratischen Strukturen
sind wir frei und fühlen uns Zuhause. Und deshalb möchten wir für diese
Gesellschaft beitragen was wir können.“
Die Vorstandsvorsitzende des
Paritätischen Wohlfahrtverbandes Berlin und frühere Ausländerbeauftragte Professor Barbara John gehört auch zu
den Rednerinnen zur Feier des Jubiläums. Sie kennt und schätzt die Arbeit des
KKH e. V. seit vielen Jahren: „Wenn die Kinder und Enkelkinder kurdischer
Einwanderer nun Polen oder Russen in Deutsch unterrichten, dann zeigt das die
Selbstverständlichkeit und das Angekommensein in der Gesellschaft.“
Die Generation der Mütter und Väter der
heutigen Mitarbeiter kam einst nach Berlin auf der Suche nach einer Heimat, in
der sie ihre Kultur, Traditionen und Sprache leben können. Ihre Kinder sind
angekommen in der Gesellschaft. Sie sprechen neben kurdisch fließend deutsch,
haben eine Ausbildung und helfen durch ihre Arbeit beim Kurdistan Kultur- und
Hilfsverein (KKH e.V.) anderen Migrantinnen und Migranten bei der Integration.
Dieses Beispiel gelungener Integration gilt es jetzt zu feiern.
Besondere Verdienste bei der Integration kurdischer Berlinerinnen und Berliner geehrt
Für sein jahrzehntelanges, beispielhaftes und außergewöhnliches
Engagement zur Betreuung und Integration von Kurdinnen und Kurden in
Berlin wurde Dr. Sükrü Güler mit der Verdienstmedaille des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Heidi Knake-Werner
überreichte die hohe Auszeichnung im Auftrag des Bundespräsidenten am
13. Februar 2008 in den Räumen des Kurdistan Kultur- und Hilfsvereins
e.V. (KKH).
Dr. Güler kam Anfang der siebziger Jahre zum Medizinstudium nach
Berlin. 1974 gründete er mit anderen Studenten und Arbeitern den ersten
kurdischen Verein in Deutschland, den Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V. (KKH)
Dort – inzwischen als Vorstandsvorsitzender – sowie im kurdischen
Ärzteverein engagiert er sich seitdem ehrenamtlich in besonderer Weise.
Der KKH ist mittlerweile zu einer beliebten Anlaufstelle für die rund
70.000 in Berlin lebenden Kurdinnen und Kurden geworden. Er bietet
Informationen und Beratung sowie Sprachkurse, Projekte für Frauen
verschiedener Nationen und ein Projekt zur Resozialisierung straffällig
gewordener Jugendlicher. Außerdem betreibt er eine Kindertagesstätte,
in der deutsche und kurdische Kinder gemeinsam betreut werden.
Auch als Arzt in seiner Kreuzberger Praxis leistet er ehrenamtliche
Hilfe. Er ist dort nicht nur Mediziner, sondern darüber hinaus
Sozialarbeiter und Übersetzer.



